Vorgeschichte

Im Jahre 1975 startet das Land Niedersachsen einen „Modellversuch zur Förderung und Verbesserung der kulturellen Infrastruktur in Ostfriesland“. Die Ostfriesische Landschaft organisiert daraufhin einen Arbeitskreis „Volkstanz und Laientheater“. Engagierte Vertreter aus dem Bereichen Volkstanz und Laientheater bringen mit Unterstützung der Landesbühne Niedersachsen Nord kleine Projekte auf den Weg.
Unter der professionellen Regie werden die ersten Gemeinschaftsproduktionen erarbeitet.
Als erstes Stück wird 1976 der Einakter „Korl Gramlich regeert“ von Jens Exler aufgeführt. Danach folgt 1980 ein Vierakter „Hein Butendörp sein Bestmann“ von Ferdinand Oesau.
Die Schauspieler dazu stellen die Theatergruppen und Spöldelen aus Wallinghausen, Middels, Oldersum, Hinte, Emden-Borssum, Brockzetel-Wiesens, Wirdum, Victorbur und Aurich.
Als dann 1981 bekannt wird, daß der Modellversuch im Jahre 1983 auslaufen und damit die finanzielle Unterstützung des Landes Niedersachsen wegfallen wird, entsteht der Wunsch, eine Interessengemeinschaft zu gründen. Viele der 55 bis 60 Theatergruppen in Ostfriesland bekunden ihre Bereitschaft dieser Gemeinschaft beizutreten und sie zu unterstützen.

Gründungsversammlung

Am 27. März 1982 lädt die Ostfriesische Landschaft zur Gründungsversammlung einer „Arbeitsgemeinschaft Ostfriesischer Laientheatergruppen“ ein. Landschaftsrat Dr. Heinrich Kleinschmidt kann etwa 60 Interessenten von 30 ostfriesischen Bühnen im Ständesaal begrüßen.
Die Versammlung beschließt die Gründung der Arbeitsgemeinschaft.
18 Spöldelen, Bühnen und Theatergruppen treten an diesem Tage der Gemeinschaft bei: Spöldeel Transvaal, Spielschar Dunum, Hinter Spöldeel, Theatergruppe des Gemischten Chors Middels, Plattdeutsche Theatergruppe Victorbur, Spielschar Freiwillige Feuerwehr Weener, Theatergruppe Horsten e.V., Theatergruppe „Feierabend“ Rhaudermoor e.V., Theatergruppe Heimatverein Overledingerland e.V., Volksbühne Norden, De Theaterkring Heimatverein Oldersum e.V., Laienspielgruppe Brockzetel-Wiesens, Heimatbühne Bingum e.V., Laienspielgruppe Neuharlingersiel, Inselbühne Baltrum, Laienspielgruppe Schützenverein Holterfehn, Theatergruppe S.V. Blau-Weiß Borssum und Larrelter Spöldeel. Zum Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft wird Wessel Rohlfs (Theatergruppe S.V. Blau-Weiß Borssum), zur stellvertretenden Vorsitzenden wird Alice Weers (Theatergruppe Heimatverein Overledingerland) gewählt.

Weitere Aktivitäten der ArGe

Als erstes Projekt wird ein Autorenwettbewerb „Plattdeutsches Theater – alle Spielformen“ auf den Weg gebracht.
Am 3. März 1983 findet die Preisverleihung in Horsten statt. Sechs Theaterstücke - jeweils drei kürzere und drei abendfüllende Stücke werden prämiert. Das Preisgeld beträgt 3.500 DM.
Weitere Schwerpunkte der Arbeit sind die Spielplan-Koordinierung und Schulungsmaßnahmen, vor allem für die Bereiche Bühnenbau und Maske.

Sehr schnell kommt man zu der Erkenntnis, daß die gesamte Arbeit von zwei Vorstandsmitgliedern, auch mit der Unterstützung der Ostfriesischen Landschaft, nicht bewältigt werden kann. Die Herbstversammlung 1984 in Leer beschließt eine Erweiterung des Vorstandes und Organisationsrichtlinien. Der geschäftsführende Vorstand wird um den Posten eines Geschäftsführers ergänzt; dazu kommen fünf Beisitzer mit regionalem Bezug für die Theaterkreise Altkreis Aurich, Altkreis Norden, Stadtkreis Emden, Landkreise Wittmund und Leer. Gewählt werden dafür als Geschäftsführer Jakob Janshen , Beisitzer Aurich Albert Janssen , Beisitzer Norden Hinrich Bekker, Beisitzerin Emden Pauline (Trudi) Hertlein, Beisitzerin Wittmund Adda Wellmann und Beisitzer Leer Rainer Haubold.

Mit dem Theaterstück „Nahsömmer“ – ein gehaltvolles Vier-Personenstück von Ferdinand Oesau – gelingt 1985 eine weitere gute Gemeinschaftsinszenierung unter der Regie von Ubbo Gerdes aus.Verschiedene Regiekurse unter der Leitung von Intendant Georg Immelmann, befassen sich mit dem prämierten Kurzstück „Wiehnachtslü“ von Heinz van der Wall. Zum Abschluß der Kurse wird das Stück im Dezember 1986 mit 11 Vorstellungen an 7 Spielorten aufgeführt.

Am 1.6.1988 wird bei der Ostfriesischen Landschaft das „Projekt Plattdeutsch“eingerichtet. Cornelia Nath, die Leiterin dieses Projekts und später des Plattdütskbüros, übernimmt 1989 die Betreuung der ArGe bei der Ostfriesischen Landschaft.

Weitere Regieseminare folgen uns sind bis heute regelmäßig wiederkehrende Projekte

Zum Oll´ Mai 1990 bietet die ArGe ein grenzüberschreitendes „Streektaal-Festival“ an. Auf Einladung der ArGe spielt die Volkstheaterbühne Rostock (halbprofessionelles Theater) in Papenburg das Stück „Swieg still, Jung“ von Fitzgerald Kusz. Im Europahaus in Aurich wird mit Mitgliedern des Jugendtheaters Asel über Jugend- und Kindertheater diskutiert. Die Groninger Gruppe Waark spielt das Stück „Hepoepelepee“; das Jugendtheater „Plawewies“ aus Werlte im Emsland führt das Stück „Nix as Hansbunkentöög kann uns helpen“ auf.
Spielorte: Warsingsfehn und Aurich. Den Abschluß bildet das Schauspiel „Amanita“ von Ingo Sax im Neuen Theater in Emden; aufgeführt von der Ndt. Bühne Neuenburg.

Der Bereich der Schulungsmaßnahmen wird erweitert. Herr Hallinga - Beleuchtungsmeister bei der Landesbühne Nord in Wilhelmshaven – berät die Bühnen und gibt Tips für die Beleuchtungstechnik vor Ort. Die Leitung der Kurse für Atemtechnik und Stimmbildung übernimmt die Schauspielerin Elke Münch aus Wilhelmshaven und führt diese Kurse über mehrere Jahr fort.

Bereits vor der Sitzung am 28.09.1989 in Upgant-Schott hatte Georg Immelmann die Planung eines Freilichttheaterspiels in Wiesmoor angeregt. Auf Einladung der ArGe nehmen Vertreter der Samtgemeinde Brookmerland an der Herbstversammlung in Upgant-Schott teil. Es sind dies Samtgemeinde-Bürgermeister Kurt Knippelmeyer, Samtgemeindedirektor Heinz Plogstieß und sein Vertreter Harm Bents sowie Otto Thiele. Sie versichern ihre Unterstützung für die Durchführung von „Störtebeker-Freilichtspielen“ in Marienhafe.

Zur Förderung des plattdeutschen Kindertheaters schreibt die ArGe Ende 1991 einen Autorenwettbewerb aus. Als Preisgeld, zur Verfügung gestellt aus dem Regionalprogramm des Landes Niedersachsen, werden 5000 DM ausgelobt. Es gehen 24 Einsendungen ein. Auf dem „Streektaal-Dag“, einer Veranstaltung des Plattdütskbüros und des Vereins Oostfreeske Taal, am 24.10.1992 werden die Preisträger ausgezeichnet.

Vom 26. bis 28. März 1993 findet in Emden im Neuen Theater das 1. Plattdeutsche Theatertreffen statt. Ausgelobt werden Theaterpreise der Gewerkschaft IG Metall. Sieben Theatergruppen der ArGe beteiligen sich.

Am 23.04.1993 führt die ArGe erstmalig einen Souffleur-Lehrgang durch. Leitung: Petra Birkholz von der Landesbühne in Wilhelmshaven.

Auf der Herbstversammlung am 08.10.1994 berichtet der Vorstand über den Planungsstand zu den 1. Störtebeker-Freilichtspielen in Marienhafe. Ein Arbeitskreis übernimmt die Planung und Durchführung der Spiele.

Vom 22. bis 24. September 1995 findet in Emden im Neuen Theater das 2. Plattdeutsche Theatertreffen statt. Ausgelobt werden Theaterpreise der Gewerkschaft IG Metall. Sechs Theatergruppen, davon 4 Mitgliedsbühnen der ArGe, beteiligen sich und zwar die Friesenbühne Emden mit „Sibirien“, dieTheatergruppe HV Leezdorf mit „Du“, die Spöldeel Transvaal mit „Dat slechte Geweten“, die Spöldeel Wallinghausen mit „Lüttje witte Siedenschoh“; außerdem das Dörptheater Visquard mit „Dat Dokterbook“ und die Schülertheatergruppe der KGS Wittmund mit „Himmel un Eer“.

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